Hier erscheinen regelmäßig Informationen rund ums Labor und die Labordiagnostik.
Zeckenalarm - ganzjährig!
Nicht nur bei den jetzt wieder steigenden Temperaturen im Frühjahr -auch schon bei Temperaturen von mindestens sechs bis sieben Grad C über mehrere Tage werden die blutsaugenden Ektoparasiten aktiv. Allerdings trifft das nicht auf alle Zeckenarten in Deutschland zu – manche kommen auch mit niedrigeren Temperaturen gut zurecht!
Das und die mittlerweile oft milden Winter in Deutschland haben dazu geführt, dass Zecken hierzulande ganzjährig aktiv sind. Jetzt wurde in einer Studie veröffentlicht, welche Zeckenarten wann in Deutschland anzutreffen sind und in welchen Gebieten sie hauptsächlich vorkommen.
https://parasitesandvectors.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13071-023-05693-5
Die Studie zeigt ein ganzjähriges Zeckenbefallsrisiko auf, wobei insbesondere D. reticulatus und I. ricinus im Winter aktiv sind. Auch bestätigte sich das weit verbreitete Vorkommen von D. reticulatus in Deutschland. Diese Zeckenart – auch als Auwaldzecke bekannt – ist Überträger der für Hunde tödlichen Infektionskrankheit Babesiose. Früher kam D. reticulatus in Deutschland nur in einigen Regionen im Osten und Südwesten vor, aber seit einiger Zeit breitet sie sich zunehmend aus. Diese Zeckenart ist außerdem schon bei Temperaturen um null Grad aktiv.
-> Erkrankungen beim Menschen -durch mit Erregern infizierten Zecken- sind Lyme-Borreliose sowie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).
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Früheres Screening für Schwangere auf Hepatitis B (HBsAg)
Werdende Mütter sollen künftig bereits zu Beginn der Schwangerschaft auf Hepatitis B getestet werden. Damit wird das Screening vom dritten ins erste Trimester verschoben.
Bisher sahen die Mutterschafts-Richtlinienvor, Schwangere nach der 32. Schwangerschaftswoche auf Hepatitis-B zu testen – möglichst nahe am Geburtstermin, um sich auf eine Immunisierung des Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt vorzubereiten.
Durch die Möglichkeit, Frauen heute schon während der Schwangerschaft antiviral zu therapieren, sieht nun die aktuelle S3-Leitlinie zur Hepatitis-B-Virusinfektion daher, zu Beginn der Schwangerschaft auf HBsAg zu screenen. Der Test sollte nach dem ersten Trimester, idealerweise vor der 28. Schwangerschaftswoche, erfolgen, um – falls erforderlich – frühzeitig therapieren zu können, so der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA).
Der aktuelle Mutterpass behält zwar seine Gültigkeit, dennoch werden betreuende Ärzte und Hebammen gebeten, die Angabe zur 32.–40. SSW im aktuellen Mutterpass auf den Seiten 8 und 24 händisch zu streichen.
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