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News ... in kürze

ab 01/10/2018

Dramkrebsvorsorge-Projekt FARKOR

 - s.u. News  -

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Labor-News

Hier erscheinen regelmäßig Informationen rund ums Labor und die Labordiagnostik.

 

Die Laborreform 2018

- Hintergründe und  absehbare Folgen -

Gegen den Widerstand des BDL (Berufsverband Deutscher Laborärzte) ist am 01.04.2018 die „Laborreform“ in Kraft getreten. Sie greift tief in die labormedizinische Patientenversorgung ein und stellt die Fachärztinnen und Fachärzte in den medizinischen Laboratorien vor große Herausforderungen.

Da die eigentliche Triebfeder hinter der jetzigen Reform aber die Lösung eines Hausarzt-Facharzt-Konfliktes ist, ließen sich Anpassungen in der Vergütung laboratoriumsmedizinischer Leistungen, jetzt „1. Stufe der Laborreform“ genannt, letztendlich nicht verhindern.

Der zu lösende Hausarzt-Facharzt-Konflikt bestand in der Frage der Nachschusspflicht zur Stützung der Mindestquote von 91,58% im Vorwegabzug Labor. Zuletzt betrug diese Stützung € 37 Mio. pro Quartal und war aufgrund einer fast paritätischen Inanspruchnahme (ca. € 1 Mrd. pro Versorgungsbereich) und aufgrund des Trennungsfaktors im ungefähren Verhältnis 50:50 aufgeteilt. Diese Parität wird jetzt durch den Beschluss der KBV-VV aufgehoben und wird zukünftig durch die regionale KV festgelegt. Es zeichnet sich ab, dass im Schnitt das Stützungsvolumen in einem Verhältnis von 15:85 Hausarzt/Facharzt aufgeteilt wird. Mit der gleichzeitig beschlossenen Absenkung der Quote auf 89%(!) soll damit sichergestellt werden, dass die Hausärzte zukünftig von Stützungszahlungen in den Vorwegabzug Labor weitgehend befreit sind.

Folgenabschätzung: Durch die beschlossene Regelung, u.a. durch eine Neuregelung des Wirtschaftlichkeitsbonus, wird lediglich die monetäre Steuerung von Laboranforderungen verschärft. Man nimmt dabei massive und gesundheitsgefährdende Verluste in der Versorgungsqualität hin. Im Zuge der Laborreform 1999 gingen z.B. aufgrund unzureichender Indikationsstellung statistisch sämtliche Volkskrankheiten massiv zurück, zugleich wurden verstärkt Patienten mit schweren Erkrankungen in Krankenhäuser eingewiesen. Eine solche Entwicklung steht auch jetzt zu befürchten.

 

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Darmkrebsvorsorge-Projekt FARKOR

FARKOR – Vorsorge bei familiärem Risiko für das kolorektale Karzinom (KRK)

- Bundesland: Bayern, ab 01.10.2018, Teilnehmer: u.a. auch das Labor Aschaffenburg

Darmkrebs, oder in der Fachsprache kolorektales Karzinom, ist sowohl bei Frauen als auch bei Männern die zweithäufigste bösartige Krebserkrankung und auch die zweithäufigste Krebstodesursache in Deutschland. Immer mehr jüngere Menschen erkranken an Darmkrebs: Jede zehnte Neuerkrankungen wird in Deutschland bei unter 55 jährigen entdeckt. Besonders gefährdet sind Personen, in deren Familien Darmkrebs vermehrt auftritt - ca. 30 % der Darmkrebs-Patienten erkranken aufgrund eines familiären Risikos. In Deutschland steht gesetzlich Versicherten jedoch erst ab dem 50. Lebensjahr der Test auf Blut im Stuhl und ab dem 55. Lebensjahr die Darmspiegelung (Koloskopie) als Krebsfrüherkennungsmaßnahmen zur Verfügung. Die Berechtigung zur Darmkrebsfrüherkennung ist damit ausschließlich an die genannte Altersbegrenzung gebunden.

Im Projekt FARKOR sollen Menschen mit einem familiär erhöhten Darmkrebsrisiko in Bayern bereits früh - im Alter von 25 bis 50 Jahren - identifiziert werden. Um möglichst viele familiär Belastete frühzeitig erkennen zu können, werden verschiedene Maßnahmen ergriffen. So werden neu an Darmkrebs Erkrankte durch ihre Krankenkasse schriftlich über das erhöhte Risiko erstgradig Verwandter informiert, Patienten zwischen 25 und 50 Jahren werden systematisch von Ärzten nach Darmkrebserkrankungen in der Familie gefragt und es werden neue Möglichkeiten geschaffen, damit sich die Menschen auch selbst über ihr individuelles Erkrankungsrisiko informieren können. Ziel des Projekts ist es, familiär mit Darmkrebs belasteten Menschen eine risikoangepasste Darmkrebsvorsorge anzubieten und damit die Sterblichkeit von Darmkrebs bei den unter 50jährigen zu senken.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. elf Millionen Euro gefördert.

Im Erfolgsfall kann das vorliegende Konzept auch auf andere Bundesländer übertragen werden.

 

- Das Projekt wird gefördert durch:

AOK Bayern; Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek); BKK Landesverband Bayern; Knappschaft; Institut für Medizinische Informationsverarbeitung, Biometrie und Epidemiologie (IBE) der Universität München (LMU); Felix Burda Stiftung; UMIT – Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH.

 

Teilnehmende Krankenkassen:

  • AOK Bayern
  • Knappschaft
  • BKK-Landesverband
  • Verband der Ersatzkrankenkassen mit BARMER, DAK-Gesundheit und Techniker Krankenkasse

Versicherte der teilnehmenden Krankenkassen von 25 bis unter 50 Jahren, die ein erhöhtes familiäres und/oder erbliches Darmkrebsrisiko aufweisen, sind teilnahmeberechtigt. Sprechen Sie als Erstes mit Ihrem Arzt über Darmkrebs in Ihrer Familie. Ein einfacher Test mittels Stuhlprobe kann dann Hinweise auf einen Darmkrebs liefern und mit der Darmspiegelung lässt sich die Diagnose sichern.

Zudem können neu an Darmkrebs erkrankte Patienten an FARKOR teilnehmen. Diese Patienten werden durch die Krankenkassen angeschrieben mit dem Ziel, dass diese ihre leiblichen Verwandten auf das erhöhte Risiko hinweisen.

Eine Selbsterkennung interessierter Zielpersonen ist möglich durch Nutzung des auf der Online-Plattform des Projekts angebotenen Risikorechners, angeboten auf der Homepage: www.Darmkrebs-in-der-Familie.de

(von der Felix-Burda-Stiftung).

Voraussetzung zur Teilnahme der Versicherten ist eine von diesen unterzeichnete Einwilligungserklärung.

 

Ansprechpartner:

Patrizia Ungar

Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB)
Elsenheimerstr. 39
80687 München
0049 8957 0932538
patrizia.ungar@kvb.de